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hokify Team

Veröffentlicht am: 13.12.16

Überwachung am Arbeitsplatz – Was ist erlaubt?

In der heutigen Arbeitswelt ist es leicht, sich ablenken zu lassen. Nicht nur im Büro ist die Gefahr des Leistungsabfalls durch private Tätigkeiten omnipräsent. Durch das Smartphone ist das Internet rund um Facebook, WhatsApp und Co. nur einen Katzensprung entfernt. Viele Arbeitgeber machen sich dementsprechend Sorgen, wann und wie viel kostbare Arbeitszeit mit chatten, surfen und spielen verloren geht. Da ist es nicht verwunderlich, dass viele Chefs zu strengeren Maßnahmen greifen und ihre Mitarbeiter vermehrt kontrollieren. Doch welche Methoden dürfen Vorgesetzte gesetzlich überhaupt anwenden und wie ist die Überwachung am Arbeitsplatz geregelt? Das erfährst du jetzt bei uns!

Internetsurfen

Egal ob am Computer, Smartphone oder Tablet. Die Überwachung von Internetzugriffen (also den von dir besuchten Webseiten) verstößt grundsätzlich gegen das Persönlichkeitsrecht. In der betriebsinternen Vereinbarung muss geregelt sein, ob deine Daten eingesehen werden dürfen und wer die Befugnisse dafür hat. Das Benutzen des Internets für private Zwecke ist nicht erlaubt und rechtlich gesehen eine Verletzung der Arbeitspflicht! Hier kommt es auf deinen Beruf drauf an: Wenn du den Social-Media-Auftritt deiner Firma leitest, kann dir klarerweise niemand verbieten auf Facebook, Twitter oder anderen Portalen abzuhängen. Vielerorts sind soziale Medien und andere Webseiten, welche hauptsächlich der Unterhaltung dienen, im firmeninternen Internet gesperrt, sodass eine Umgehung dieses „Verbots“ (z.B. mit dem eigenen Handy) während der Arbeitszeit durchaus Konsequenzen nach sich ziehen kann. Die meisten Chefs haben aber gegen ein kurzes checken der Nachrichten oder dem Ansehen eines YouTube-Videos während deiner Pause nichts einzuwenden, solange es nicht allzu sehr ausufert.

Telefonieren

Das geheime Abhören deiner Telefonate, egal welcher Art, ist verboten! Aber Vorsicht: Ausnahmen können dennoch in der Betriebsvereinbarung festgeschrieben sein. Im Allgemeinen sind kurze, wichtige Privatgespräche erlaubt, solange diese in der Häufigkeit und Länge deine Arbeit und die deiner Kollegen nicht beeinträchtigt.

E-Mails checken

Wenn dein Unternehmen einen eigenen Mailserver besitzt auf dem deine Daten liegen, ist das Lesen und Auswerten der Mitarbeiter-Mails nur erlaubt, wenn es in der Betriebsvereinbarung ausdrücklich geschrieben steht, sprich der Betriebsrat diesem Vorgehen zugestimmt hat. Wenn keine solche Regelung vorhanden ist, so darfst du während der Arbeitszeit rechtlich gesehen auch mit privaten E-Mails verkehren und diese dürfen nicht von Seiten der Firma gelesen werden. Zugriffe auf deine dienstlichen Mails müssen vorher angekündigt werden.

Videoüberwachung

Eine Überwachung durch Kameras ist eine heikle Sache: Nur wenn Diebstahl die Begründung ist, dürfen Firmen mit Genehmigung des Betriebsrats (und der Eintragung in die Betriebsvereinbarung) ihre Angestellten aufzeichnen. Für Unternehmen ohne Betriebsrat ist es notwendig, dass jeder einzelne Arbeitnehmer dieser Überwachung zustimmt. Des Weiteren muss eine Videoüberwachung erst von der Datenschutzkommission durchgewunken werden. Das Filmen der Mitarbeiter aus anderen Gründen außer dem Diebstahl, z.B. zur bloßen Kontrolle, ist gesetzlich untersagt. Heimliche Videoaufzeichnungen sowieso in jedem Fall.

Kontrollen

Zutrittskontrollen und stetige Ausweispflicht sind prinzipiell erlaubt und dürfen ausgeübt werden. Maßnahmen, welche die Leistung der Mitarbeiter überwachen sollen, müssen vorher vom Betriebsrat abgesegnet werden und / oder in einer Betriebsvereinbarung festgesetzt sein. Die ständige Kontrolle deines Aufenthaltsortes muss dein Chef stichhaltig begründen können - nur dann ist sie legitim.

Unterm Strich bedeutet das: Es darf keine Überwachung ohne ausdrückliche Zustimmung seitens des Betriebsrats, oder der Mitarbeiter erfolgen! Die große Ausnahme: Eindeutiger Verdacht auf strafbare Tätigkeiten!

 

Quellen: Arbeiterkammer.at