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hokify Team

Veröffentlicht am: 09.02.17

Hokify exklusiv zum Interview bei HR Relations

Kaum hat man die Schule oder Ausbildung beendet, ist es an der Zeit Bewerbungen zu schreiben. Nur ist das oftmals gar nicht so leicht, wie man anfangs vielleicht denken mag. Deshalb haben wir mit Claudia Lorber, der Geschäftsführerin von HR Relations gesprochen und ihr ein paar Fragen rund um den Bewerbungsprozess gestellt. Beispielsweise ob man sich auch auf Jobs bewerben darf, die die eigenen Fähigkeiten überschreiten oder auch, was man im Bewerbungsgespräch besonders beachten sollte. Also schau gleich rein!

Darf man sich theoretisch auf Stellenanzeigen, beziehungsweise auf Jobs bewerben, die die eigenen Kompetenzen überschreiten?

Claudia (HR-Expertin): Jein (lacht). Ich würde sagen, grundsätzlich schon. Allerdings macht es natürlich einen Unterschied, ob ich eine Voraussetzung nicht erfülle, die ich für den Job auf den ich mich bewerbe brauche und die notwendig ist, um diesen ausüben zu können. Ein Beispiel dafür wäre ein Job im Gesundheitswesen. Da gibt es einfach Reglementierungen die besagen, dass wenn du nicht eine bestimmte Ausbildung hast, du gar nicht dazu berechtigt bist in diesem Berufsfeld tätig zu sein. Wenn dir das also vorab klar ist, dann solltest du dich nicht bewerben, denn das würde einfach keinen Sinn ergeben. Wenn aber in der Stellenanzeige eine Floskel wie „Sie sollten mindestens 3 Jahre Erfahrung mitbringen.“ steht und du hast bisher erst zwei Jahre Berufserfahrung sammeln können, was ja eigentlich offiziell zu wenig ist, dann solltest du dich trotzdem unbedingt bewerben! Solange die Kompetenz von deiner Seite aus da ist, sehen viele Recruiter solche Richtlinien nicht so streng. 

Gilt dies dann beispielsweise auch für Sprach- oder EDV-Kenntnisse?

Claudia: Das hängt auch ein bisschen von den Umständen und der Formulierung der Stellenausschreibung ab. Da würde ich zunächst einmal schauen, wie die Ausschreibung formuliert wurde. Manchmal steht ja lediglich dabei, dass bestimmte Kenntnisse "von Vorteil" wären. Das bedeutet, sie stellen kein zwingendes Kriterium für den Job dar. Es kann aber durchaus dabeistehen, dass die geforderten Kenntnisse eine absolut zwingende Voraussetzung für den Job sind und wenn ich diese dann nicht mitbringe, kann das dann natürlich ein K.O. Kriterium sein. Sollte in der Ausschreibung ein bestimmtes Level gewünscht werden und du bist dir nicht ganz sicher, ob du auf diesem Level bist, dann würde ich es auch auf jeden Fall einfach probieren und mich bewerben. Dann ist es ja Job der Recruiting-Abteilung herauszufinden, ob du die passenden Fähigkeiten mitbringst und ins Unternehmen passt oder nicht (lacht).

Welche Dinge sollte man generell beachten, wenn man zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurde?

Claudia: Also wenn man es so weit geschafft hat, dann ist man ja schon ganz gut unterwegs würde ich sagen (lacht). Ich denke, dass es wichtig ist, sich nicht zu verstellen und authentisch zu bleiben. Denn spätestens nach ein paar Wochen im Job wird jeder herausfinden, ob das was ich im Vorstellungsgespräch gesagt habe auch stimmt oder nicht (lacht). Und natürlich werden die Recruiter auch merken, ob ich auch menschlich so bin, wie ich mich präsentiert habe. Das ist das Eine und das Zweite ist, sich einfach auch vorzubereiten. Man sollte sowohl zum Unternehmen als auch zu dem Job, für den man sich beworben hat, ein paar Informationen sammeln. Es wäre nämlich ziemlich ungünstig irgendwo hinzugehen und zu sagen „Um welchen Job geht’s eigentlich heute nochmal?“. Das ist mir allerdings auch schon passiert (lacht).  

Falls man jedoch eine Absage erhält, darf man dann beim Unternehmen nachfragen, warum es nicht geklappt hat? 

Claudia: Also nach einem persönlichen Gespräch ist das absolut legitim. Im Normalfall sehe ich das tatsächlich auch als Pflicht von den Kollegen und Kolleginnen im Recruiting, dass sie dem abgelehnten Bewerber bekannt geben, an was es gescheitert ist. Allerdings ist das nicht immer so leicht, weil es in Österreich rechtlich einfach manchmal nicht möglich ist, die Dinge zu sagen, die letztendlich ausschlaggebend waren. Und manchmal ist es auch einfach so, dass eine andere Person einfach einen höheren „Fit“ hatte. Und dann liegt es nicht an dem, was man selber mitbringt, sondern es liegt einfach daran, dass jemand anderer ein bisschen mehr mitbringt und das ist dann ausschlaggebend. 


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