Corona frisst Lehrstellen im MINT-Sektor

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23.03.2021

Die Corona-Pandemie verursacht nicht nur Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit, sondern befeuert den weiterhin bestehenden Fachkräftemangel. Das zeigt sich zudem in einem Rückgang der heimischen Ausbildungsstellen. Mittelfristig wird sich dadurch die Verfügbarkeit an Fachkräften weiter verschärfen. Gleichzeitig ist die Suche nach Lehr- und Ausbildungsstellen ungebrochen hoch: Die Suchanfragen nach den Schlagworten Ausbildung (+480%), Lehre (+250%) und Lehrstelle (150%) auf der Job-Plattform hokify haben sich im letzten halben Jahr vervielfacht. Gestiegene Ausbildungssuchanfragen auf der einen Seite und Rückgang an Ausbildungsstellen (laut Wirtschaftskammer) auf der anderen Seite, lassen die Schere am Fachkräfte-Arbeitsmarkt weiter auseinandergehen. Das manifestiert sich zusätzlich in einem regionalen Ungleichgewicht: Kommen in Wien fast achtmal so viele Suchende auf eine Lehrstelle, fehlen im Westen die potentiellen Kandidaten für offene Stellen. 

MINT-Sektor überaltert

Laut Standortbericht der Stadt Wien ist knapp jeder zweite Arbeitnehmer im MINT-Sektor zwischen 45-64 Jahren alt. Zumindest jede zehnte Stelle im MINT-Sektor wird in Zukunft unbesetzt bleiben. Gleichzeitig ist die Zahl der Lehrlinge in den letzten 10 Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Der Fachkräftemangel schlägt nun auch voll auf den Lehrlingsmarkt durch. “Der MINT-Sektor gilt als Innovationsmotor und wichtiger heimischer Arbeitgeber, wenn hier nach der Corona-Pandemie qualifizierte Fachkräfte fehlen, wirkt sich das doppelt negativ auf die Wirtschaftsleistung aus. Unternehmen sollten jetzt gezielt junge Kandidaten ansprechen, die aktiv auf der Suche nach Ausbildungsplätzen sind.” sagt Karl Edlbauer, Geschäftsführer von hokify.

Berufsausbildung stärken! Aber wie?

Um in Zukunft überhaupt genügend Fachkräfte auszubilden, braucht es, wie eine qualitative Befragung unter heimischen Personalern der Job-Plattform hokify ergab, ein Umdenken: 40 Prozent gaben an, dass die Lehre in der Bildungskommunikation zu wenig präsent ist. Weiters wurde genannt, dass Berufsabschlüsse im Vergleich zu Reifeprüfung und Studienabschlüssen höher anerkannt werden müssen, wie weitere 30 Prozent angaben. Zusätzliche Perspektiven nach dem Lehrabschluss und finanzielle Anreize wurden dazu mehrfach genannt. 

“Einerseits müssen sich die arbeitsmarktpolitischen Rahmenbedingungen anpassen, andererseits muss sich auch im Lehrlingsrecruiting einiges ändern. Mit simplen Stelleninseraten erreicht man die junge Generation nicht mehr, dabei bieten Social Media Targeting Technologien die Möglichkeit Kandidaten passgenau und ihrem Mediennutzungsverhalten entsprechend anzusprechen.” schließt Karl Edlbauer von hokify.

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