Arbeitslosigkeit auf Vorkrisenniveau: ÖsterreicherInnen am Arbeitsmarkt trotzdem unzufrieden

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Aktualisiert am: 12.10.2021 Lesedauer: ca 2min

Der Personalbedarf in Österreich ist derzeit so hoch wie noch nie, die Arbeitslosenzahlen unter Vorkrisenniveau. Eine aktuelle Umfrage der Job-Plattform hokify mit 1025 TeilnehmerInnen von September zeigt jedoch: 67 Prozent der ÖsterreicherInnen fühlen sich nicht fair entlohnt. Dazu ist die Hälfte der Befragten mit ihrer derzeitigen Situation am Arbeitsmarkt nicht zufrieden. Kommt jetzt der große Jobwechsel?

Männer am Arbeitsmarkt tendenziell zufriedener

Trotz Entspannung am Arbeitsmarkt sind derzeit 58 Prozent der Befragten mit ihrer Situation am Arbeitsmarkt unzufrieden. Männer sind laut Umfrage im Durchschnitt eher zufrieden als Frauen: 20 Prozent der männlichen Befragten gaben an mit ihrer Arbeitsmarktsituation “sehr zufrieden” und “eher zufrieden” zu sein, hingegen gaben das nur 13 Prozent der befragten Frauen an. Wesentlich beeinflusst wird die Zufriedenheit durch Entlohnung und Weiterentwicklungsmöglichkeiten im Job. Hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern.

Frauen schätzen Karriere Entwicklungsmöglichkeiten schlechter ein

Die Möglichkeit sich in den nächsten sechs Monaten beruflich weiterzuentwickeln wird vor allem von Frauen schlecht eingeschätzt (65%), hingegen sieht knapp jeder zweite Mann im nächsten halben Jahr Entwicklungsmöglichkeiten für seine Karriere. “Unternehmen sollten diese Informationen nutzen, um potentielle Mitarbeiter anzusprechen.” erklärt Karl Edlbauer, Geschäftsführer von hokify. Eine Analyse aller im September veröffentlichten Stelleninserate der Job-Plattform hokify zeigt deutlich: “In den offenen Stellenausschreibungen finden sich nur selten Hinweise auf Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen (6%) oder etwa eine Bereitschaft zur Überzahlung (<1%). Stellenanzeigen sind der erste Kontaktpunkt zwischen Jobsuchenden und Unternehmen, hier sollte man also bewusst Vorteile wie Weiterbildung, Überzahlung, flexible Arbeitszeiten oder Familienfreundlichkeit in den Vordergrund rücken.” rät Edlbauer.

Familienplanung betrifft jede dritte Karriere

Überraschende Ergebnisse präsentiert die online Umfrage zudem bei der Frage nach der Familienplanung: Bei jedem dritten Befragten hat die Familienplanung Einfluss auf die Karriere. “Hier ergeben sich nach Geschlecht zwar keine wesentlichen Unterschiede. Aber auch hier sollten sich Arbeitgeber fragen, welche Altersgruppe sie mit ihren Stellenanzeigen ansprechen wollen. Familienfreundliche Arbeitszeiten spielen bei Lehrlingen oder Absolventen noch keine große Rolle, dafür lassen sich besonders Kandidaten in ihren 30ern damit ansprechen.” erklärt Edlbauer von hokify. 

Karriere wird immer öfter unterbrochen

Wegen einem befristeten Dienstverhältnis müssen 13 Prozent der Befragten in den nächsten sechs Monaten ihre Karriere unterbrechen oder sich umorientieren. Weiter gaben rund neun Prozent an ihre Karriere für eine Ausbildung zu unterbrechen und acht Prozent werden ihre Karriere in den nächsten sechs Monaten aus familiären Gründen unterbrechen. Der seit zwei Jahrzehnten anhaltende Trend einer sinkenden Beschäftigungsdauer setzt sich somit weiter fort.

Fazit

Am Arbeitsmarkt zeigt sich derzeit ein ambivalentes Bild: Einerseits sind Unternehmen händeringend auf der Suche nach qualifizierten Fachkräften, auf der anderen Seite sind viele ÖsterreicherInnen mit ihrer Situation am Arbeitsmarkt unzufrieden. Mit den richtigen Benefits kann diese Gruppe für einen neuen Job gewonnen werden.

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