Corona-Krise als Treiber der Digitalisierung im Recruiting

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Die Corona-Krise hat Wirtschaft und Arbeitsmarkt in nur wenigen Wochen maßgeblich verändert. Ganze Branchen wurden vorübergehend geschlossen und auf “Notbetrieb” heruntergefahren. Unternehmen stellten auf Kurzarbeit und Homeoffice um. Die Arbeitslosigkeit ist stark gestiegen. Gleichzeitig hat die Pandemie in Wirtschaft und Gesellschaft einen Digitalisierungsschub ausgelöst. Viele Menschen haben sich in den letzten Monaten mit neuen digitalen Kommunikationsformen vertraut gemacht: Skype Calls und online Präsentationen wurden zur “Neuen Normalität”. Mobile Endgeräte spielten dabei eine Schlüsselrolle - ob beim mobilen Arbeiten von zu Hause oder der privaten Nutzung von Social Media am Smartphone. 

In der HR-Welt hat die Digitalisierung durch Corona einen großen Schritt nach vorne gemacht. Bewerbungsgespräche über Zoom und Mitarbeiter Onboarding via Webinar haben es möglich gemacht, Kandidaten zu 100% digital in ein Unternehmen zu bringen. Aber auch auf Seiten der Jobsuchenden hat die Pandemie vieles bewegt. Insgesamt steigt die täglich verbrachte Zeit am Smartphone Jahr für Jahr. Studien zum Mediennutzungsverhalten während der Krise zeigen deutlich, dass die Zeit online über alle Generationen hinweg stark angestiegen ist.

Millennials und die Generation Z sind jene Jahrgänge, die ab den frühen 80er Jahren geboren wurden und ihr Smartphone täglich mehrere Stunden nutzen. Sie sind zudem jene Gruppen am Arbeitsmarkt, die entweder frisch auf den Markt strömen, oder - im Falle der Millennials - die Gruppe, die mitten im Arbeitsleben steht und somit DIE gefragten Fachkräfte mit Berufserfahrung sind. Ein technikaffiner Lebensstil zeichnet diese Jahrgänge genauso aus, wie eine Sozialisation im Umfeld von Internet und mobiler Kommunikation. Um diese für den Arbeitsmarkt wertvollen Generationen zu erreichen, ist ein Umdenken notwendig.

Corona-Pandemie löst Fachkräftemangel nicht

Neben der Digitalisierung, die den deutschen Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren grundlegend verändern wird, ist der Fachkräftemangel ein hartnäckiges Problem, das während der Corona-Krise nur vorübergehend entlastet wird. Das eigentliche Strukturproblem, dem die demographische Entwicklung und zu wenige ausgebildete Fachkräfte zu Grunde liegen, ist damit nicht gelöst. Besonders in der Gesundheits- und Pflegebranche sowie im Handwerksbereich wird es zu noch größeren Personalengpässen kommen. 

Dieses Strukturproblem wirkt sich zudem auf das Verhältnis von Jobsuchenden und Arbeitsstellen aus. Konnte man sich vor einigen Jahren am Arbeitsmarkt noch auf einen Anbietermarkt verlassen - dies bedeutet, es gab für jede offene Stelle eine Vielzahl an qualifizierten Bewerbern -  kämpfen Unternehmen heute um die besten Kandidaten. Durch die starke Nachfrage nach Fachkräften haben nun gut ausgebildete Kandidaten die Wahl - sie können sich ihren Arbeitgeber “aussuchen”. Auch die kurze Phase nach dem Corona Lockdown mit einer größeren Anzahl an Jobsuchenden Fachkräften geht bereits wieder dem Ende zu: der Fachkräftemangel tritt bald wieder in den Vordergrund.

Zeit umzudenken und neue Chancen zu nutzen: Traditionelle Recruiting-Prozesse erreichen immer weniger Jobsuchende

Für einige Branchen hat die Pandemie bei der Personalsuche eine kurze Erleichterung gebracht, da ein Überangebot an Arbeitskräften herrschte. Doch diese Phase wird vorbeigehen. Genau jetzt müssen Personalverantwortliche starten, aktiv auf die richtigen Kanäle zu setzen, um Mitarbeiter anzusprechen und damit auch langfristig die passenden Kandidaten zu erreichen.

Auf den Bewerbungsprozess hat sich die Corona-Pandemie bisher noch nicht so deutlich ausgewirkt. Noch immer sind veraltete Motivationsschreiben in Briefform sowie das mühsame Ausfüllen von Online-Bewerbungsformularen bei den vielen Firmen im Bewerbungsprozess Usus. Doch diese sind längst überholt und führen zu immer noch höheren Absprungraten bei Bewerbern. Zusätzlich hat sich durch die Datenschutzgrundverordnung einiges verändert, die klassische Bewerbung via Email darf in den meisten Unternehmen gar nicht mehr akzeptiert werden. Auch das führt am Ende des Recruiting-Funnels zu weniger Einstellungen. Dabei hat die Zeit während Corona gezeigt, was digital alles möglich ist. Bei vielen Unternehmen gab es einen Denkanstoß den Recruiting-Prozess weiter zu digitalisieren und zu optimieren.

Recruiting Kanäle an die Arbeitsmarktsituation anpassen

Mit traditionellen Recruiting Strategien erreicht man nur einen Bruchteil der potentiellen Kandidaten am Markt. Das Job-Suchverhalten der jungen Generationen wird dabei nur selten berücksichtigt, ist jedoch der Schlüssel, um in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben. 

Um traditionelle Recruiting-Prozesse in das 21. Jahrhundert zu führen, müssen Stelleninserate zielgerichtet über innovative Kanäle an Kandidaten ausgespielt werden. Hier eignen sich besonders Social Media Plattformen, über die man potentielle Kandidaten passgenau erreichen kann und zusätzliche Reichweite gewinnt. Danach braucht es einen schnellen und optimierten Bewerbungsprozess damit vielversprechende Kandidaten eine Bewerbung auch tatsächlich abschließen und versenden. Chat-basierte Motivationsabfragen, die schnell und einfach am Smartphone beantwortet werden können, steigern die Bewerbungsrate - genauso wie Kommunikation, die komplett am Smartphone funktioniert. Neue Technologien, wie eine Kurzvorstellung via Video-Chat, können Bewerbern und Recruitern einerseits Zeit sparen und gleichzeitig in der ersten Phase der Mitarbeitersuche ein persönliches Bild der Kandidaten bieten. 

Mit Blick in die Zukunft wird besonders die Generation Z, die derzeit auf den Arbeitsmarkt drängt, eine mobile Bewerbungsmöglichkeit voraussetzen. Eine hohe Affinität zur mobilen Jobsuche und Bewerbung kommt zudem von Jobsuchenden im Blue Collar-Bereich, vor allem in der Gastronomie, Hotellerie, Gewerbe und Industrie. Der Digitalisierungsschub durch Corona ist eine Chance spätestens jetzt auf neue Kanäle zu setzen und sich mit einem innovativen Bewerbungsprozess von Konkurrenten am Markt abzuheben. Dass dies in vielen Lebensbereichen auch in kurzer Zeit möglich ist, hat uns die Corona-Pandemie gezeigt.

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