Anschreiben Muster – Einfach Überzeugen!

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Aktualisiert: 14.11.2022 Lesedauer: ca 5min

Junge Frau sitzt vor ihrem Laptop und verfasst Motivationsschreiben

Die meisten Arbeitgeber verlangen in ihrer Stellenausschreibung neben deiner Bewerbungsmappe auch nach einem Anschreiben bzw. Motivationsschreiben. Jetzt sitzt du vor deinem Laptop, starrst auf das noch leere weiße Dokument und fragst dich: Anschreiben – was genau soll das eigentlich sein? Keine Sorge, hier erfährst du alles Wichtige zu Aufbau, Inhalt und Formulierungen - ganz unten findest du auch eine Vorlage für dein Anschreiben!

1. Der Anfang

Der Aufbau eines Anschreibens ähnelt dem eines förmlichen Briefes, das bedeutet zunächst einmal schreibst du auf die obere linke Seite (linksbündig) des Dokuments deinen Namen, Anschrift, Geburtsdatum, Email Adresse und Telefonnummer. Lass zwei Zeilen frei und schreibe dann auf die rechte Seite (rechtsbündig) des Dokuments den Namen und die Anschrift des Unternehmens oder des Betriebs bei dem du dich bewerben möchtest. Lass wieder ein bis zwei Zeilen frei und gib dann, auch rechtsbündig, deinen Ort und das aktuelle Datum an. Im letzten Schritt setzt du nach zwei weiteren Leerzeilen linksbündig eine Art Überschrift ein, in der steht, auf welchen Job du dich bewirbst, beispielsweise:

  • „Bewerbung als...“

  • „Bewerbung für die Stelle...“

Dieser Satz sollte zudem Fett geschrieben werden, damit dein potentieller Arbeitgeber auf einen Blick erkennen kann, auf welche Stellenausschreibung sich deine Bewerbung bezieht. Wenn du das geschafft hast, bist du schon mal einen Schritt weiter und das Blatt sieht nicht mehr ganz so leer aus! 

2. Die Anrede

Unter einer Stellenausschreibung steht oft ein Ansprechpartner, der für das Bewerbungsverfahren deines Wunschjobs zuständig ist. In deiner Anrede solltest du dich deshalb am besten konkret auf diesen Ansprechpartner beziehen und ihn direkt mit seinem oder ihrem Nachnamen anreden:

  • „Sehr geehrte Frau...“

  • "Sehr geehrter Herr...“

Hierbei solltest du genau hinsehen, denn besitzt jemand einen Titel (z.B. Doktor, Diplomingenieur...), dann möchte er meist auch so angesprochen werden:

  • „Sehr geehrte Frau Dipl.-Ing. ...“

  • "Sehr geehrter Herr Dr. ...“

Steht kein Ansprechpartner dabei, dann beginnst du mit:

  • „Sehr geehrte Damen und Herren,...“.

Nach der Begrüßungsformel lässt du eine Zeile frei und beginnst dann mit dem eigentlichen Text.

3. Interesse wecken

Der erste kurze Absatz besteht meist aus ein bis zwei Zeilen und ist ein wenig knifflig, weil er das Interesse des Personalers an dir wecken soll. ohne dass du dabei überheblich wirkst. Ein paar Beispiele für unterschiedliche Jobs:

  • "...wenn Sie für die ausgeschriebene Stelle als RezeptionistIn in Ihrem Hotel eine offene, verantwortungsbewusste und engagierte Person suchen, dann bin ich der/die Richtige für den Job."

  • "...nach dem erfolgreichen Abschluss meiner Ausbildung als „...“ bei „...“, möchte ich nun meine erlernten Fähigkeiten in einem anderen Betrieb weiter ausbauen. Deshalb nutze ich die Chance und bewerbe mich auf Ihre angebotene Stelle als FriseurIn und PerückenmacherIn."

  • "...im Moment absolviere ich ein Bachelor/Master/Magister-Studium im Bereich „...“ an der Universität „...“. Da ich meine theoretischen Kenntnisse nun auch gleichzeitig in der Praxis anwenden will, nutze ich die Chance und bewerbe mich auf Ihre angebotene Aushilfsstelle als Nachwuchsführungskraft im Vertrieb."

Motivationsschreiben Muster - Das musst du beachten!

4. Bisherige Erfahrungen

Im nachfolgenden Abschnitt begründest du deine Qualifikation für den Job, den du bekommen möchtest. Dabei beschreibst du die, für den Job relevanten, Stationen deines Lebenslaufs und verknüpfst sie mit den Fähigkeiten und Kenntnissen, die du dir währenddessen aneignen konntest. Beispielsweise:

  • "Erste Branchenerfahrung konnte ich während meinem Job/Praktikum bei ... sammeln."

  • "Zu meinen täglichen Aufgaben gehörten ... ."

  • "Dies erlaubte mir meine Fähigkeiten in den Bereichen ... zu erweitern."

  • "Überdies war ich noch für ... zuständig und nahm regelmäßig an ... teil.

  • "Während der gesamten Zeit konnte ich zahlreiche Erfahrungen sammeln und mir grundlegende Kenntnisse im Bereich ... aneignen."

Dabei solltest du sowohl Hard Skills (klassische Fähigkeiten wie Programme, Tätigkeiten etc.) als auch Soft Skills (Teamwork, Kreativität, Umgang mit Kundinnen etc.) einfließen lassen und diese mit Beispielen begründen.

#hokifyexpertentipp: Wiederhole nicht genau die Dinge, die sowieso schon in deinem Lebenslauf stehen! Im Anschreiben solltest du mehr Wert darauf legen, deine Soft Skills, Fähigkeiten und deine Persönlichkeit zu zeigen.

5. Persönlichkeit vorstellen

Anschließend unterstreichst du dein Interesse an dem Job nochmals, indem du dich persönlich vorstellst und deutlich machst, dass du die in der Stellenausschreibung geforderten Eigenschaften und Qualifikationen mitbringst:

  • "Als Kind meiner Generation bin ich ausgesprochen gut mit „dem Internet, den neuen Medien sowie den gängigen Office Programmen“ vertraut."

  • "Mich zeichnet aus, dass ich „gerne kreativ arbeite und eigenständig Konzepte erstelle“."

  • "Die für die Stelle erforderliche „strukturierte Arbeitsweise, Belastbarkeit und Organisationsfähigkeit“ wurden durch meine bisherigen Tätigkeiten gefördert."

  • "Das „Arbeiten im Team sowie die Anpassung an neue Arbeitsstrukturen“ fallen mir leicht."

→ Alles, was in Anführungszeichen steht, sollte an die ausgeschriebene Stelle angepasst werden. Wenn also die Stellenausschreibung ausdrücklich "eigenständiges Arbeiten und genaue Arbeitsweise" verlangt, solltest du darauf Rücksicht nehmen und dies in deinem Anschreiben erwähnen. Am besten gibst du auch immer ein Beispiel dazu, in dem du diese Eigenschaft gebraucht, gelernt oder angewandt hast.

#hokfiyexpertentipp: Personaler lesen Anschreiben auf sogenannte "Keywords" also Begriffe, die für den Job wichtig sind. Meist sind diese auch in der Stellenausschreibung zu finden. Deswegen solltest du immer Bezug auf die Ausschreibung nehmen und ähnliche Begriffe verwenden.

6. Bezug zum Unternehmen herstellen

In deinem Anschreiben solltest du nicht nur über dich erzählen, sondern auch zeigen, warum du gerade bei diesem Unternehmen arbeiten möchtest und was dich zur besten Wahl für den Job macht. Vielleicht kannst du dich mit den Unternehmenswerten besonders gut identifizieren? Oder du hast vorn Freunden Gutes über das Unternehmen gehört? Vielleicht nutzt du auch die Produkte des Betriebs selbst? Finde einen Bezug und einen Grund, warum gerade du einen Mehrwert für das Unternehmen liefern kannst.

  • "Ich bin ein großer Fan der Produkte und dementsprechend freue ich mich darauf, zum Erfolg des Unternehmens beizutragen."

  • "Das Gefühl zu haben, mit meinem Job etwas Gutes zu tun, motiviert mich besonders. Deswegen kann ich meine Fähigkeiten besonders gut dafür einsetzen...."

  • "Meine Erfahrung im Bereich ... hat mich zur Expertin in diesem Gebiet werden lassen. Dementsprechend bin ich perfekt dafür geeignet, im Unternehmen mit der Spezialisierung ... aktiv zu werden."

#hokifyexpertentipp: Vermeide den Konjunktiv ("könnte", "würde", "wäre" etc.) in deinem Anschreiben! Formulierungen wie "ich würde mich freuen", "ich wäre gerne..." oder "ich könnte ... beitragen" lassen dich unsicher und zurückhaltend wirken.

7. Die Verabschiedung

Im letzten Absatz erwähnst du, wenn du möchtest bzw. das verlangt wird, noch deine Gehaltsvorstellung und dein mögliches Startdatum. Außerdem bringst du dein Interesse an einem persönlichen Vorstellungsgespräch zum Ausdruck und verabschiedest dich dann mit einer gängigen Floskel. Indem du abschließend eine Zeile frei lässt und deinen vollen Namen unter das Dokument setzt (in ausgedruckter Form unterschreibst du zusätzlich noch von Hand), vervollständigst du dein Anschreiben. 

  • "Über eine Rückmeldung freue ich mich sehr und verbleibe bis dahin mit freundlichen Grüßen."

  • "Meine Gehaltsvorstellung für diese Position liegen bei 42.250€ brutto im Jahr. Aufgrund meines derzeitigen Anstellungsverhältnisses ist für mich ein Beginn mit Mitte März möglich."

  • "Aufgrund meiner Erfahrung liegt meine Gehaltsvorstellung mit 3.250€ brutto monatlich und ich bin ab Anfang Juni für die Stelle verfügbar."

  • "Wenn meine Bewerbung Ihr Interesse geweckt hat, freue ich mich auf eine Einladung zu einem persönlichen Kennenlernen. Mit freundlichen Grüßen,..."

#hokifyexpertentipp: Je genauer deine Gehaltsvorstellung, desto besser. Nennst du eine spezifische "unrunde" Zahl (z.B. 2.620 statt 2.500) zeigt das, dass du deinen Marktwert kennst und gibt dir so einen kleinen Vorteil für die etwaigen Gehaltsverhandlungen.

8. Herausstechen mit P.S.

Wenn du deinem Anschreiben noch einen kleinen Extra-Kick geben möchtest, kannst du eine P.S.-Zeile nach deiner Unterschrift hinzufügen. Da sie nicht im Text steht, wandert der Blick der Lesenden immer automatisch dorthin. Hast du also etwas, das du noch hinzufügen möchtest, das dich herausstechen lässt oder das dir wichtig ist, kannst du dies in der P.S.-Zeile einfügen.

  • "P.S.: Bei Fragen melden Sie sich gerne jederzeit unter 0043 664 123 45 678."

  • "P.S.: Ich bitte Sie, aufgrund meines derzeitigen Arbeitsverhältnisses, meine Bewerbung vertraulich zu behandeln."

  • "P.S.: Meine Katze lässt Sie lieb grüßen und meint, dass Sie niemand Besseren für die Stelle finden werden"

Fazit

Jetzt sollte dein perfektes Anschreiben auf jeden Fall gelingen und die Tür zum Vorstellungsgespräch steht dir weit offen! Oder du bewirbst dich einfach über die hokify App und sparst dir die Arbeit – denn wir brauchen kein Anschreiben! 

Dokumente zum Herunterladen

Julia ist gut darin, die Schwerkraft auszutricksen und schlecht darin, Zimmerpflanzen am Leben zu halten. Ihre Leidenschaft für Sprache hat sie über die Tourismusindustrie zur Kommunikationsbranche geführt, wo sie derzeit ihr Masterstudium absolviert. In den hokify Karriere-Tipps versorgt sie dich regelmäßig mit den wichtigsten Tipps, Tricks und Infos rund um den Arbeitsalltag (inklusive dessen rechtlichen Regelungen) und den Arbeitsmarkt, damit du hoffentlich informierter in dein Berufsleben startest, als sie es anfangs war.

Ausschließlich zum Zweck der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung von männlichen und weiblichen Sprachformen verzichtet. Alle Personenbezeichnungen sind demnach geschlechtsneutral zu verstehen.

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