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hokify Team

Veröffentlicht am: 09.12.16

Die Bedarfsorientierte Mindestsicherung: Was? Wer? Wie viel?


Gerade hast du deine Schule abgeschlossen, den Job geschmissen oder befindest dich einfach in einer Selbstfindungsphase und weißt noch nicht genau, was du als nächstes tun sollst? Damit du dabei nicht in einen finanziellen Engpass gerätst, klären wir dich jetzt über die Bedarfsorientierte Mindestsicherung auf!


1. Was ist die Bedarfsorientierte Mindestsicherung eigentlich?

Die Bedarfsorientierte Mindestsicherung ist eine reformierte Form der ehemaligen Sozialhilfe, mit der die Armut sowie die damit einhergehende soziale Ausgrenzung in Österreich vermieden, beziehungsweise bekämpft werden soll. Mit ihr werden Menschen unterstützt, die sich ihren eigenen Lebensunterhalt nicht mehr eigenständig finanzieren können und/oder (wieder) ins Arbeitsleben einsteigen wollen. Das bedeutet, wenn du die Bedarfsorientierte Mindestsicherung beantragst, dann wird dir ein bestimmter monatlicher Geldbetrag zur Verfügung gestellt, mit dem es dir er ermöglicht wird, deinen notwendigen Bedarf an Nahrung, Kleidung, Körperpflege, Hausrat, etc. zu decken.

2. Wer hat Anspruch auf die Bedarfsorientierte Mindestsicherung?

Wie oben bereits erwähnt hast du Anspruch auf die Bedarfsorientierte Mindestsicherung, wenn du als österreichische(r) Staatsbürger(in) oder gleichgestellte Person mit rechtmäßigem Aufenthalt nicht mehr aus eigener Kraft für deinen Lebensunterhalt aufkommen kannst. Das bedeutet, wenn dein monatliches Einkommen unter den Mindeststandards der Bedarfsorientierten Mindestsicherung liegt, obwohl du deine Bereitschaft zum Einsatz der eigenen Arbeitskraft zeigst. Zudem darf dein privates Vermögen bei Antragstellung den Betrag von 4.188,80 Euro nicht überschreiten. Besitzt du ein Auto, dass du nicht berufs- oder behindertenbedingt nutzt, dann musst du dieses sogar vorher verkaufen. Nach Einreichung deines Antrags entscheidet dann die zuständige Verwaltungsbehörde darüber, ob die geforderten Faktoren bei dir zutreffen und du die Bedarfsorientierte Mindestsicherung erhältst. Solltest du die Bedarfsorientierte Mindestsicherung beziehen und arbeitsfähig sein, dann kann dir die Leistung trotzdem bis zur Hälfte gekürzt und in Ausnahmefällen sogar zur Gänze gestrichen werden, wenn du deinen Einsatz bei einer zumutbare Arbeit verweigerst.

Zu erfüllende Faktoren:

  • Österreichische(r) Staatsbürger(in) oder gleichgestellte Person mit rechtmäßigem Aufenthalt
  • Hilfsbedürftig: Nicht genügend finanzielle Mittel für den Selbsterhalt
  • Arbeitsfähig: Bereitschaft zum Einsatz der eigene Arbeitskraft
  • Privatvermögen: Unter 4.188,80 Euro

3. Wie viel Geld würdest du bekommen?

Die Höchstbeiträge der Bedarfsorientierten Mindestsicherung bestehen aus einem Grundbetrag plus einem Wohnkostenanteil von 25 Prozent und werden generell zwölf Mal in einem Jahr ausgezahlt. Bei höheren oder niedrigeren Wohnkosten können die Beträge auch angepasst sowie Ergänzungsleistungen gezahlt werden. Je nach Bundesland und Anzahl variiert zudem die Höhe des monatlich auszuzahlenden Betrags für Kinder.

Die monatlichen Beträge für das Jahr 2016 pro Person:

  • Alleinstehend/Alleinerziehend: 837,76 Euro – Davon Wohnbedarf: 209,44 Euro
  • Lebensgemeinschaft (Paar): 628, 32 Euro – Davon Wohnbedarf: 157,08 Euro

Aufgepasst: Bei den aufgeführten Zahlungsbeträgen handelt es sich um Höchstwerte, die nur dann ausgezahlt werden, wenn du kein anderes Einkommen hast. Solltest du beispielsweise einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen und dabei 400 Euro im Monat verdienen, dann wird dir nur die fehlende Differenz zur Mindestsicherung ausbezahlt. Auch Unterhaltszahlungen, Arbeitslosengeld, etc. werden mitberechnet und reduzieren den zu erhaltenden Betrag der Mindestsicherung.


Anzahl der Bezieher der Bedarfsorientierten Mindestsicherung 2012 - 2015:

Quelle: Statista Austria 2016