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hokify Team

Veröffentlicht am: 13.02.17

Mobbing am Arbeitsplatz: Was ist zu tun?

Von Kollegen oder sogar dem Chef aktiv und dauerhaft gemobbt zu werden ist wirklich eine grauenvolle Erfahrung, die niemand erleben sollte. Trotzdem ist Mobbing am Arbeitsplatz auch hierzulande keine Seltenheit und kann bei den Betroffenen zu physischen und psychischen Belastungen sowie auch darauf folgenden gesundheitlichen Schäden führen. Auslöser für die Mobbing-Attacken können ganz unterschiedlicher Natur sein, wobei manche Mobber auch gar keinen handfesten Grund brauchen um jemand anderen zu schikanieren. Lies weiter und erfahre jetzt, wie du aktiv gegen Mobbing am Arbeitsplatz vorgehen kannst!

1. Was ist Mobbing?

Mobbing kann viele verschiedene Formen annehmen und beispielsweise aus Schikanen, erfundenen Gerüchten, böswilligem Humor, Beschimpfungen oder auch dem Ignorieren einer Person bestehen. Dabei kann Mobbing von einer einzelnen oder auch von mehreren Personen gleichzeitig, sowohl von Vorgesetzten als auch von Kollegen, ausgehen. Oft wird das „Opfer“ so lange schikaniert, bis es die Abteilung oder gar den Job wechselt.

2. Reaktionen auf Mobbing-Attacken

Während einer Mobbing-Attacke werden beim „Opfer“ viele unterschiedliche Emotionen hervorgerufen, die negative Auswirkungen auf dessen physischen sowie psychischen Zustand haben können. Vor allem Angst, Traurigkeit und Ärger sind die drei Gefühle, die Mobbing-Opfer am häufigsten verspüren. Wiederholen sich die Mobbing-Attacken zudem über einen längeren Zeitraum hinweg, dann können diese negativen Gefühle zu Paranoia, starken Depressionen oder auch einer unkontrollierten Wut führen. Natürlich wirkt sich dieser innerliche Aufruhr auch negativ auf die Arbeit aus, weshalb Mobbing-Opfer unbedingt versuchen sollten, ihre Emotionen stärker zu kontrollieren. Solltest du Probleme mit Mobbing haben, können dir diese drei Schritte helfen:

Kontrolliere deine Gedanken

Wenn du in der Arbeit gemobbt wirst, dann fällt es dir natürlich schwer, dich nach einer Attacke wieder voll und ganz auf deine Arbeit zu konzentrieren. Du neigst eher dazu, die eben erlebte Szene immer wieder in deinem Kopf abzuspielen und dir einen konkreten Ausweg aus deiner Situation auszumalen. Diesen Gedankenzirkel solltest du versuchen zu unterbrechen, indem du deinen Gedanken mit einem verbalen „Nein!“ verbietest, sich weiterhin um die Mobbing-Attacke zu drehen.

Verringere die Macht deiner Emotionen

Immer wenn dir ein wütender oder angsterfüllter Gedanke durch den Kopf schießt, der etwas mit der Mobbing-Attacke zu tun hat, solltest du versuchen diese Emotion zu identifizieren („Ich bin wütend.“ oder „Ich bin ängstlich.“). Anschließend solltest du dir dann die eigentlich schlimme Situation wieder vor Augen führen und versuchen, sie von einem anderen Blickwinkel aus zu betrachten. Versuche beispielsweise sie mit einer gewissen Distanz zu betrachten oder sie ins Lächerliche zu ziehen – Dann fällt es dir leichter dich nicht mehr als „Opfer“ zu sehen und du kannst die negativen Gedanken beiseite schieben.

Fokussiere dich auf deinen Körper

Nachdem du eine Mobbing-Attacke durchlebt hast, solltest du nicht direkt wieder an deinen Arbeitsplatz zurückkehren, denn die negativen Gedanken und der damit einhergehende Stress werden dich nicht sofort wieder loslassen. Deshalb solltest du am besten einen kurzen Spaziergang um den Block machen, um erst einmal wieder runter zu kommen. Körperliche Aktivität und die frische Luft helfen dir dabei deine Gedanken zu ordnen und dich zu beruhigen.

3. Tipps gegen Mobbing-Attacken

Wehr dich

Je früher du dich gegen den Mobber stellst und ihm demonstrativ zeigst, dass du dich nicht in eine Opferrolle drängen lässt, desto größer ist die Chance, seine Mobbing-Attacken im Keim zu ersticken. Wehren kannst du dich beispielsweise verbal, indem du das direkte Gespräch mit deinem Angreifer suchst und ihn zur Rede stellst. Das hilft öfters als man denkt, vor allem wenn der Mobber dich immer nur dann angreift, wenn er zustimmendes Publikum hat. Im privaten Gespräch wird er dann von deiner Initiative überrascht sein und einknicken.

Mach dir Notizen

Auch wenn es dir schwer fällt, notiere dir jede einzelne Mobbing-Attacke und halte genau fest, wann und wo sie stattgefunden hat sowie wer daran beteiligt war. Auch wie sie durchgeführt wurde – verbal und/oder körperlich – ist von Belang. Wenn du dann nämlich die Aussprache mit deinem Angreifer suchst oder wenn das nichts gebracht hat, dich an deinen Chef wendest, dann kannst du konkrete Beispiele vorweisen und eventuell Zeugen benennen, die deine Schilderungen der Mobbing-Attacken unterstützen.

Tausche dich aus

Wenn du das Gefühl bekommst von jemandem gemobbt zu werden, dann redest du am besten zunächst mit den Menschen, die dir besonders nahe stehen. Denn mit Freunden und Familie kannst du dich ehrlich über deine erlebten Mobbing-Erfahrungen austauschen und diesbezüglich eine zweite Meinung einholen. Zudem bieten sie dir ihre emotionale Unterstützung an, die du brauchst, um dich gegen deinen Angreifer zu wehren. Auch das Gespräch mit deinen Kollegen zu suchen kann dir helfen, denn eventuell haben sie Angriffe gegen dich seitens des Mobbers beobachten können. Sollten sie deine Schilderungen bestätigen, dann wirst du dich zudem in deiner Glaubwürdigkeit gefestigt fühlen und eher dazu neigen, dich gegen den Angreifer zu wehren.

Hol dir professionelle Hilfe

Die Mobbing-Attacken hören nicht auf, dein Arbeitgeber unternimmt nichts, Freunde und Familie können deine Beschwerden nicht mehr hören, die Arbeit bedeutet für dich nur noch Stress und du verbringst jeden Tag in der Angst vor einer neuen Mobbing-Attacke? Dann solltest du ernsthaft darüber nachdenken dir professionelle Hilfe zu holen und dich beispielsweise an eine Beratungsstelle wenden, die sich auf Mobbing spezialisiert hat. Auch im Internet findest du bestimmte Foren, in denen du deine Erfahrungen mit anderen Opfern austauschen und um Rat bitten kannst. Ansonsten bleibt dir auch noch die private psychologische Beratung, die dir dabei hilft, das Erlebte zu verarbeiten. Solltest du eine Rechtsschutzversicherung haben, könntest du im nächsten Schritt einen Rechtsanwalt einschalten, der deinen Arbeitgeber auf Schmerzensgeld und Schadensersatz verklagen kann, falls dieser nichts gegen deinen Angreifer unternommen hat.

Kündige deinen Job

Dieser Ausweg klingt zwar sehr radikal und seine Durchführbarkeit hängt natürlich auch von verschiedenen Faktoren ab, aber im Extremfall solltest du eine Kündigung auf jeden Fall in Erwägung ziehen. Wenn du die Mobbing-Vorfälle bei deinem Arbeitgeber gemeldet und um Hilfe gebeten hast, die von ihm aber unterlassen wurde, dann kannst du sogar berechtigt und vorzeitig aus deinem Beruf austreten. Bei diesem berechtigtem Austritt bleibt dann sogar dein Anspruch auf Abfertigung und Urlaubsersatzleistung bestehen.