Nachtzuschlag & Nachtschicht: So viel verdienst du!

von Xhevahire Sinani

Aktualisiert: 09.01.2025 Lesedauer: ca 2min

Pflegefachkraft auf einer Couch

Wenn die Sonne untergeht und die meisten von uns sich auf eine erholsame Nacht vorbereiten, beginnt für einige die Arbeit erst. Nachtschichten und Nachtarbeiten sind in vielen Branchen wie der Gesundheitsbranche, Gastronomie oder Produktion und Fertigung üblich. Doch wie viel verdient man während dieser Zeit und stehen Nachtzuschläge jedem zu? 

Was ist ein Nachtzuschlag?

Der Nachtzuschlag, auch bekannt als Nachtzulage, ist eine zusätzliche Vergütung, die Arbeitnehmerinnen gezahlt wird, die während der Nacht arbeiten. Nachtarbeitnehmer sind Personen, die regelmäßig oder in mindestens 48 Nächten im Kalenderjahr während der Nacht mindestens drei Stunden arbeiten. Als Nacht gilt hierbei die Zeit zwischen 20:00 und 06:00 Uhr. Dein Kollektiv- bzw. Arbeitsvertrag legt genau fest, wie viel Nachtzuschlag dir zusteht. 

Wie hoch ist der Nachtzuschlag?

In der Regel beträgt der Nachtarbeitszuschlag 25% des vereinbarten Stundenlohns. Das bedeutet, dass du für jede Stunde, die du während der Nacht arbeitest, 25% mehr Lohn erhältst als für Arbeit in den Tagesstunden. In manchen Fällen kann der Nachtzuschlag jedoch auch 40% erreichen. Die genaue Höhe des Nachtzuschlags kann je nach Branche und Arbeitsvertrag stark variieren. 

Werden Nachtzuschläge versteuert?

Zuschläge für Nachtarbeit sind in Österreich bis zu einer Gesamthöhe von 360 Euro monatlich steuerfrei. Das bedeutet, dass du bis zu diesem Betrag keine Einkommenssteuer auf deine Nachtzuschläge zahlen musst. Für Arbeitnehmer, deren Hauptarbeitszeit während des Lohnzahlungszeitraums hauptsächlich zwischen 19:00 Uhr und 07:00 Uhr liegt, gibt es eine Erhöhung des Freibetrags auf monatlich 540 EUR (2024).

Nachtschichten in den unterschiedlichen Branchen 

Nachtarbeit ist in verschiedenen Branchen üblich und kann je nach Arbeitsbereich und Tätigkeit unterschiedliche Gründe haben. Hier sind einige Branchen, in denen Nachtarbeit häufig vorkommt:

  • Gesundheitswesen: Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Notdienste erfordern eine rund um die Uhr besetzte Belegschaft, weshalb Krankenschwestern, Ärzte, Pflegekräfte und andere Fachleute in Schichten arbeiten, die auch Nachtschichten umfassen.

  • Gastgewerbe: Restaurants, Hotels und Bars müssen oft spät in die Nacht geöffnet sein, um die Bedürfnisse der Gäste zu erfüllen. Das Personal, einschließlich Kellner, Köche, Reinigungskräfte und Nachtportiers, arbeitet daher häufig in Nachtschichten.

  • Transport und Logistik: Speditionen, Flughäfen und Bahnunternehmen sind oft rund um die Uhr in Betrieb, um Waren und Menschen zu befördern. Berufe wie Lkw-Fahrer, Fluglotsen und Eisenbahnbetriebsmitarbeiter arbeiten oft in Nachtschichten.

  • Sicherheitsdienste: Sicherheitspersonal, darunter Wachleute, Nachtwächterinnen und Sicherheitskräfte, sind in der Nacht oft verstärkt im Einsatz, um Eigentum und Menschen zu schützen.

  • Medien und Unterhaltung: Die Film- und Fernsehindustrie, Radio, Nachrichtenagenturen und Online-Medien arbeiten oft rund um die Uhr und daher arbeiten auch Journalisten, Techniker und andere Mitarbeiter in Nachtarbeit.

  • Produktion und Fertigung: In einigen Fabriken und Produktionsstätten wird die Produktion in der Nacht fortgesetzt, um die Produktionskapazität zu erhöhen und die Anlagen optimal auszulasten. Dies betrifft oft Branchen wie die Lebensmittelverarbeitung oder die Automobilindustrie.

  • Notfalldienste: Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste arbeiten rund um die Uhr, um auf Notfälle und Notrufe reagieren zu können.

Fazit

Der Nachtzuschlag ist eine wichtige finanzielle Unterstützung für Arbeitnehmerinnen, die in der Nacht arbeiten. In vielen Fällen beträgt der Nachtarbeitszuschlag 25% des vereinbarten Stundenlohns, kann aber je nach Branche und Arbeitsvertrag variieren. Dein Kollektivvertrag gibt dir Aufschluss über die genaue Höhe und Bestimmungen des Nachtzuschlags.

Ausschließlich zum Zweck der besseren Lesbarkeit wird auf die geschlechtsspezifische Schreibweise verzichtet. Alle personenbezogenen Bezeichnungen auf dieser Webseite sind somit geschlechtsneutral zu verstehen.

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