EQ - Die emotionale Intelligenz

von Martin Jezidzic

Aktualisiert: 28.02.2017 Lesedauer: ca 3min

Kollegen unterhalten sich im Büro.

Neben fachlicher Kompetenz, praktischen Fähigkeiten und erlerntem Wissen, anhand dessen die klassische Intelligenz gemessen wird, gibt es auch die emotionale Intelligenz, genannt EQ. Diese wird ähnlich wie der berühmte Intelligenz-Quotient (IQ) an bestimmten Faktoren gemessen, welche mit traditionellen (Leistungs-) Werten jedoch wenig gemein haben. Wir erklären dir, was emotionale Intelligenz genau bedeutet und wieso sie in der heutigen Arbeitswelt mindestens genauso wichtig ist, wie der übliche Grips:

Ende des vorigen Jahrhunderts machten sich verschiedene Psychologen auf, die Wichtigkeit der menschlichen Gefühle in Beruf und Alltag zu ergründen. Nachdem der renommierte Wissenschaftler Daniel Goleman ein komplettes Fachbuch über den EQ verfasste, rückte die emotionale Intelligenz auch in den Fokus von Unternehmen. Seither wird von Personalern verstärkt auf diese „Soft Skills“ geschaut, bei den sich oft weniger qualifizierte Bewerber mit ihren individuellen Eigenschaften trotzdem gegenüber der Konkurrenz behaupten können. Unter emotionaler Intelligenz versteht man den bewussten, kontrollierten Umgang mit eigenen, als auch fremden Gefühlen, die Fähigkeit diese zu verstehen und adäquat auf sie reagieren zu können.

Oder wie es der US-Psychologe Goleman bezeichnet hat: „Die Fähigkeit, unsere eigenen Gefühle und die der anderen zu erkennen, uns selbst zu motivieren und gut mit Emotionen in uns selbst und in unseren Beziehungen umzugehen.“

Menschen mit einem hohen EQ sind emotional sehr gefestigt. Kaum etwas vermag sie aus der Bahn zu werfen. Auf Rückschläge reagieren sie mit zusätzlicher Motivation und suchen vermehrt nach Lösungswegen. Genauso gut verstehen sie es Berufliches und Privates zu trennen: Sie können zum Beispiel mit einer harten Kritik während der Arbeit, gleich nach Feierabend ohne Probleme ein Bierchen mit dem Chef trinken gehen. Dazu eignen sich emotional Intelligente mit ihrer ausgeprägten Empathie hervorragend als schlichtende Partei, als Brücke oder Schiedsrichter in schwierigen Situationen. Sich in jemanden einfühlen und dessen Ansichten und Beweggründe nachvollziehen zu können ist eine überaus hilfreiche Eigenschaft in jeder Lebenslage, vor allem natürlich auch im Beruf.



Fünf subtile Anzeichen das auch du einen hohen EQ besitzt:



-          - Du beklagst dich nicht über alles, sondern machst das Beste aus der Situation.

-          - Du scheust nicht davor, auch mal mit gutem Gewissen nein zu sagen, wenn es sein muss.

-          - Du sprichst (fast) nie abfällig über andere Personen.

-          - Du hältst dich nicht lange mit Geschehenem auf, sondern blickst nach vorn.

-          - Du zeigst nicht mit dem Finger auf andere, sondern übernimmst Eigenverantwortung.

Den EQ kann man natürlich auch trainieren und somit steigern. Das sind die Top-Tipps für besser gefühlte Skills:



Akzeptiere deine Gefühle! Zahlreiche Menschen setzen das Zeigen von Gefühlen mit Schwäche gleich, verbergen und unterdrücken diese in gewohnt professioneller Manier. Doch ist das der falsche Weg um die emotionale Intelligenz zu verbessern. Du wirst ja auch nicht als klug wahrgenommen, wenn du deinen Senf immer für dich behältst. Also zeige in Zukunft deine Gefühle, sei es Freude, Enttäuschung oder Ärger. So wirst du von deinen Mitmenschen automatisch menschlicher wahrgenommen, was Vertrauen schafft und keinen Raum für Missverständnisse lässt. Solange du damit nicht übertreibst (z.B.: zu sehr oder zu lange wütend bist) wird es mit dir steil bergauf gehen!

Genau aufpassen! Achtsamkeit ist nicht erst seit Buddha eine nützliche Eigenschaft. Die intensive Aufmerksamkeit ist der vielleicht wichtigste Punkt um die emotionale Reife zu verbessern. Sich über seine Gefühle klar zu sein und weniger impulsiv zu handeln ist der erste Schritt zu einem gefestigten, ruhigen Wesen. Beobachte die kleinen Gesten und kurzen Floskeln deiner Mitmenschen und bedenke, dass nichts ohne Grund gesagt oder getan wird. Je mehr „Informationen“ du sammelst, desto besser kannst du einschätzen, wie z.B. deine Vorgesetzten zu dir stehen.



Sprich mit dir selbst! Wenn es dir zu verrückt erscheint, laut mit dir selbst zu sprechen, dann mache es zumindest in dir drin. Rede in stressigen Situationen beruhigend auf dich ein, pushe dich bei der Arbeit zu Höchstleistungen oder zieh dich in müden Tagen mit aufmunternden Worten wieder hoch. Falls du das noch nie gemacht hast, wirst du nach einer Weile merken, wie gut das tatsächlich funktioniert! So kommst du aus Leistungslöcher leichter heraus, bist geordneter und weniger abhängig von anderen Menschen. 


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