Coronavirus und Arbeitsrecht – was ist erlaubt?

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Es fing Alles mit einer öffentlichen Bekanntmachung der World Heath Organization (WHO) am 31. Dezember an. Es seien mehrere Fälle einer Lungenentzündung in Wuhan, China diagnostiziert worden. Soweit so schlecht, doch für die meisten Österreicher war es erstmal nur eine kurze Schlagzeile im morgendlichen (sozialen) Medien-Dschungel, nur eine weitere Nachricht unter Tausenden. Nach mittlerweile sechs Wochen mit Ausgangsbeschränkungen und leben in der "neuen Normalität" kündigte die Regierungen nun Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen an. Wie wir im Mai mit Corona weiterleben, hier zum nachlesen:

Wie es im Mai weitergeht – Stand 28.4.2020:

  • Die bisherigen Ausgangsbeschränkungen gelten ab dem 1. Mai nicht mehr. Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat dies heute am 28.04. bekanntgegeben. Der Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter muss weiter eingehalten werden – sofern das möglich ist – also auch in den Öffis.
  • Alle Bestimmungen zum Tragen von Schutzmasken zB in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln bleiben bestehen. Mehr dazu lesen Sie hier
  • Veranstaltungen und Treffen mit bis zu zehn Personen sind ab dem 1. Mai wieder möglich, dies gilt vorerst bis zum 30. Juni.
  • Die Hotellerie darf ab 29. Mai wieder öffnen.
  • Gastronomiebetriebe können ab 15. Mai aufsperren, die Öffnungszeiten bleiben zwischen sechs und 23 Uhr begrenzt. Es gelten dazu weitere Sonderregeln - bitte informiere dich!
  • Spielplätze und Freibäder sollen im Mai sukzessive geöffnet werden.
  • Geschäfte und Handel dürfen ab 1. Mai pro zehn Quadratmeter einen Kunden in das Geschäft lassen.
  • Die wichtigste Corona-Regel lautet: Halten Sie einen Abstand von mindestens einem Meter ein. 
  • In Zahlen: COVID-19-Fälle 15.268, dzt. Erkrankte 2.137, Verstorbene 569, Genesene 12.580 (team hokify, 28.4.2020)

Viele österreichische Arbeitnehmer stehen jetzt vor einem inneren Konflikt und viele stellen sich die gleichen Fragen: Ist der Weg zur Arbeit überhaupt noch sicher, vor Allem mit Öffis? Sollte ich lieber Homeoffice machen? Was passiert mit meinem Job, wenn mein Zuhause oder mein Arbeitsplatz von einer Quarantäne betroffen sein sollte? Wir wollen Antworten geben, was arbeitsrechtlich drin ist und was nicht.

Wenn Quarantänen das Leben einschränken

Derzeit ein Horrorszenario für viele Mitbürger: 2 Wochen isoliert in Quarantäne gesteckt zu werden. Keine Sozialen Kontakte, raus darf man logischerweise auch nicht und zur Arbeit zu gehen ist sowieso Wunschdenken. Das Problem ist, dass man sich nicht aussuchen kann, wo solche Sperrzonen verhängt werden und so kann es passieren, dass man von heute auf morgen ein Gefangener in den eigenen vier Wänden wird. An und für sich schon sehr suboptimal fürs Gemüt, doch was passiert jetzt mit dem Job?

Arbeitsrechtlich gesehen ist das ein so genannter Dienstverhinderungsgrund. Hier gilt: Kommunikation ist das A und O. Schritt 1 sollte hier immer die direkte Kontaktaufnahme mit dem Vorgesetzten sein, um alles Weitere zu klären. Im Optimalfall sollte Homeoffice möglich und genehmigt sein, allerdings auch nur, wenn „nur“ ein Krankheitsverdacht besteht, also noch keine Krankheitssymptome festgestellt wurden. Im Falle einer Erkrankung heißt es: Füße hoch und wieder gesund werden – hier darf der Arbeitgeber KEIN Homeoffice verordnen. Die einzige Ausnahme: Wenn der Firma „der Eintritt eines nicht unerheblichen Schadens droht“ (Arbeiterkammer.at) – Hier kann der Arbeitnehmer dazu verpflichtet werden, einzelne beruflichen Aufgaben von Zuhause aus zu erledigen.

Angst vs. Verpflichtungen

Wo gehobelt wird, fallen Späne und so ist es selbstverständlich und nur natürlich, dass viele Menschen sich unwohl oder sogar unsicher fühlen, den Arbeitsplatz aufzusuchen. Vor Allem was öffentliche Verkehrsmittel angeht läuft vielen Arbeitnehmern ein kalter Schauer über den Rücken. Doch wie kann man Vorsicht und Verpflichtungen unter einen Hut bringen?
Erstmal die Ernüchterung: Laut dem Arbeitsrecht darf ein Arbeitnehmer NICHT eigenmächtig zuhause bleiben, wenn keine konkrete Ansteckungsgefahr besteht. Natürlich möchte sich niemand anstecken, doch die Welt muss sich auch nach dem Virus weiterdrehen. Wir haben Alle Verpflichtungen, denen wir der Situation entsprechend nachkommen müssen. Doch auch hier gilt: Reden! Wer sich unwohl am Arbeitsplatz fühlt, sollte dies sofort mit dem Vorgesetzten klären und eine Lösung finden, mit der beide Parteien zufrieden sind. Denn auch der Arbeitgeber hat Verpflichtungen und zu denen zählt unter anderem die so genannte Fürsorgepflicht. Das heißt konkret: Eine Firma muss alle zumutbaren Schutzmaßnahmen tätigen, um eine Ansteckung zu vermeiden.

Finanzielle Absicherung

Ok, ich bin in Quarantäne und kann meinen beruflichen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen – Habe ich trotzdem Anspruch auf ein Arbeitsentgelt? Die Antwort ist ganz klar: JA. Das Coronavirus zählt mittlerweile zu den anzeigepflichtigen übertragbaren Krankheiten und das bedeutet, dass Arbeitgeber alle aufgrund von Erkrankung anfallenden Kosten von der Regierung erstattet bekommen.

Diese finanzielle Entlastung wurde bereits von der österreichischen Regierung bestätigt. Arbeitgeber müssen den Antrag für finanzielle Entlastung binnen sechs Wochen nach Aufhebung der Quarantäne stellen, um die Rückzahlung gewährleisten zu können. Das Alles gilt auch für freie Dienstnehmer.

Fazit

Was als kleine Nachricht aus Wuhan, China begann, hat sich mittlerweile zu einer globalen Herausforderung entwickelt. Das Coronavirus hat uns bereits stark eingeschränkt und wird es vermutlich noch weiterhin tun. Das Beste, was wir als Bevölkerung jetzt tun können? Keine Panik haben oder verbreiten und sich so gut wie möglich auf die kommenden Wochen vorzubereiten. Doch ein paar Wochen sind eine lange Zeit und wir müssen gemeinsam gewährleisten, dass unsere Wirtschaft auch nach dieser Ausnahmesituation wieder weiterläuft.

Die Kommunikation mit der Firma ist dabei das A und O, um alle Details in dieser Zeit zu klären. Es ist eine Ausnahmesituation und die Firma und deren Arbeitnehmer müssen sich einigen, wie man damit umgeht. Den Arbeitsplatz wird es im Bestfall nach dem Coronavirus auch noch geben und darum ist es unerlässlich, dass sich beide Parteien danach noch wohl miteinander fühlen. Wir sitzen alle im selben Boot und darum sollten Arbeitgeber und -nehmer zusammenarbeiten, um diese schweren Zeiten gemeinsam zu überstehen.

Für alle Eltern, die derzeit noch den Arbeitsplatz aufsuchen müssen und Bedarf an Kinderbetreuern haben gibt es ab sofort auch die hokify Nachbarschaftshilfe. Hier können alle Interessierten kostenlos Inserate schalten, um passende Kinderbetreuer zu finden.

Alle Infos dazu hier: https://hokify.at/a/kostenlose-suche-kinderbetreuung-hokify-2020

Auch nicht schlecht:

https://www.arbeiterkammer.at/beratung/arbeitundrecht/coronavirus/Arbeitsrechts-FAQ_zum_Coronavirus.html

https://www.vol.at/specials/coronavirus

https://www.moment.at/story/arbeitsrecht-und-coronavirus-darf-mich-der-chef-homeoffice-quarantaene-schicken

https://hokify.at/a/coronavirus-und-kurzarbeit-alles-was-du-wissen-solltest-stand-1732020

https://hokify.at/a/jobinserate-corona

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