Lehre in Österreich - Überblick Lehrstellenmarkt

von

Jährlich beginnen über 30.000 junge ÖsterreicherInnen eine Lehre. Die meisten Lehrlinge treten ihr erstes Lehrjahr in Gewerbe und Handwerk (2018: 14.023), Handel (2018: 5.231) sowie Industrie (2018: 4.476) an. Derzeit sind rund 5.000 Lehrstellen nicht besetzt, die meisten offenen Lehrstellen befinden sich im Westen Österreichs. 2019 gab es den größten Überhang an offenen Stellen im Fremdenverkehr, das hat sich mit der Corona-Pandemie 2020 eindeutig geändert, in Tourismus und Hotellerie ist derzeit der größte Rückgang an offenen (Lehr-)Stellen zu verzeichnen. 

Sieht man sich den Lehrstellenmarkt nach Geschlecht an zeigt sich, dass Männer mehr als doppelt so oft wie Frauen eine Lehre beginnen. Die meisten Lehrstellen sind in technisch-produzierenden Branchen verankert, eine Lehre in diesen Branchen wird von männlichen Lehrlingen offenbar noch immer als attraktiver empfunden. Der Anteil an Frauen die eine Lehre beginnen liegt bei rund 33 Prozent.

Die beliebtesten Lehrberufe nach Geschlecht (2019)

Frauen

Männer

Einzelhandel (8.058)

Metalltechnik (9.812)

Bürokauffrau (7.949)

Elektrotechnik (8.801)

Friseurin/Stylistin (3.761)

Kraftfahrzeugtechnik (7.339)

Verwaltungsassistentin (3.036)

Einzelhandel (4.932)

Köchin (1.242)

Installations- und Gebäudetechniker (4.067)

Pharmazeutisch-kaufmännische Assistenz (1.198) 

Maurer (2.977)

Restaurantfachfrau (1.191)

Tischler (2.607)

Metalltechnik (1.087)

Mechatronik (2.565)

Hotel- und Gastgewerbeassistentin (1.077)

Koch (2.459)

Konditorin (1.003)

Zimmerer (1.969)

vgl. Lehrlingsausbildung im Überblick 2019, Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft, www.ibw.at, (01.10.20).

Corona-Krise und Lehrstellenmarkt

Die Corona-Krise trifft speziell junge Menschen am Arbeitsmarkt. Gleichzeitig wurden viele Lehrstellen wegen Corona erst gar nicht ausgeschrieben. Bei den Suchanfragen von Lehr- und Ausbildungsstellen verzeichnet die Job-Plattform hokify in den letzten Monaten eine deutliche Steigerung der Anfragen, um bis zu 180 Prozent, gegenüber dem Frühjahr und Sommer. Die Generation Z, also die Jahrgänge zwischen 1997 und 2012, sucht offensichtlich sehr aktiv nach Beschäftigungsmöglichkeiten. Derzeit sind also mehr Kandidatinnen am Lehrlingsmarkt verfügbar, bei weniger Angebot an offenen Stellen. Mittelfristig dürfte das den Fachkräftemangel weiter verschärfen, da bereits jetzt, speziell im Westen Österreichs, zu wenige Lehrlinge ausgebildet werden.

Lehrberufe stärken

Um in Zukunft die Attraktivität der Lehre zu steigern müssen Ausbildungsberufe insgesamt gestärkt werden und verschiedene Ausbildungsmodelle wie die “Lehre mit Matura” oder “Berufsmatura” ganz einfach für alle Lehrlinge zugänglich sein. Gut ausgebildete Lehrlinge haben beste Berufschancen und sind ein Gewinn für jedes Unternehmen. 

Die fünf beliebtesten Lehrberufe auf einen Blick:

Eine Übersicht der fünf bestbezahltesten Lehrberufe gibt es hier.

Finde jetzt schneller deinen neuen Job!

Jetzt registrieren

Das könnte dich auch interessieren!