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hokify Team

Veröffentlicht am: 09.07.19

Krankenstand. Regelungen und Arbeitsrecht

Wenn es um den Krankenstand geht gibt es immer wieder Unklarheiten. Welche rechtlichen Regeln gibt es und was musst du unbedingt beachten? Wie lange bekommst du eigentlich Entgeltfortzahlungen. Hier erfährst du alles was du wissen musst.

Info: Was ist eine Entgeltfortzahlung? Entgeltfortzahlung bedeutet, dass du im Krankenstand, also während du arbeitsverhindert bist, dein normales Entgelt erhältst. Damit dir etwa aus einem Arbeitsunfall kein wirtschaftlicher Schaden erwächst.

Krankenstand sofort melden

Wenn du krank wirst, gib deinem Arbeitgeber unverzüglich bescheid. Am besten persönlich - via Telefon oder Email und noch vor Antritt deiner Arbeitszeit, du bist dazu gesetzlich verpflichtet. 
Wenn es durch Krankheit oder einen Unglücksfall zu einer Dienstverhinderung kommt, hast du einen Entgeltfortzahlungsanspruch. Außer, die Verhinderung wurde fahrlässig oder vorsätzlich herbeigeführt. In bestimmten Fällen - etwa Verletzungen nach einem Raufhandel oder bei Verletzungen wegen Trunkenheit am Steuer - steht dir kein Anspruch zu.

Wichtig: Dein Arbeitgeber hat das Recht eine ärztliche Krankenstandsbestätigung zu verlangen. Unser Tipp gehe immer zum Arzt, damit du eine Bestätigung hast und deinen Krankenstand nachweisen kannst.

Wenn du länger krank bist musst du auf Nachfrage eine aktuelle Krankenstandsbestätigung nachweisen. In dieser Bestätigung muss der Beginn, voraussichtliche Dauer und der Grund der Dienstverhinderung angeführt sein. Wenn du der Meldepflicht nicht nachkommst verlierst du deinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung. 

Dauer der Entgeltfortzahlung

Seit kurzem berechnet sich die Entgeltfortzahlung nach der Dauer des Arbeitsverhältnis. Zu Beginn deines Krankenstands muss dein Arbeitgeber das volle Entgelt weiterzahlen. Mit zunehmender Dauer deines Krankenstands reduziert sich dein Anspruch, auf 50% der Bemessungsgrundlage. Wenn auch dieser zweite Zeitraum ausgeschöpft ist, übernimmt die Krankenkasse und zahlt Krankengeld.

  • 0-1 Jahr im Arbeitsverhältnis: 6 Wochen volles Entgelt, danach 4 Wochen 50% Entgelt
  • 1-15 Jahre im Arbeitsverhältnis: 8 Wochen volles Entgelt, danach 4 Wochen 50% Entgelt
  • 15 – 25 Jahre im Arbeitsverhältnis: 10 Wochen volles Entgelt, danach 4 Wochen 50% Entgelt
  • 25 Jahre + im Arbeitsverhältnis: 12 Wochen volles Entgelt, danach 4 Wochen 50% Entgelt

Info: Ab 26 Jahren im Arbeitsverhältnis steht dir auch eine 6. Urlaubswoche zu. Mehr dazu kannst du hier nachlesen

Wenn du im selben Arbeitsjahr wieder erkrankst hast du nur noch Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn dieser noch nicht ausgeschöpft wurde. Wenn der Anspruch ausgeschöpft wurde ist wiederum die Krankenkasse zuständig.

Krankenstand und Urlaub

Wenn du im Urlaub krank wirst zählen die ersten drei Kalendertage zu deinem Urlaub. Wenn du länger erkrankt bist zählen diese Krankenstandstage nicht mehr zum Urlaub. Beachte, dass du dafür eine ärztliche Bestätigung brauchst und den Krankenstand umgehend an deinen Arbeitgeber weiter melden musst.
Durch den Krankenstand verlängert sich dein Urlaub nicht, nach der vereinbarten Urlaubszeit musst du wieder ins Büro. Der Urlaub wird in deinem Urlaubskonto gutgeschrieben.
Wenn du im Ausland erkrankst musst du deinem Arbeitgeber, zusätzlich zur Krankmeldung, eine behördliche Bestätigung übermitteln.

Kündigung im Krankenstand

Ein Krankenstand schließt eine Kündigung grundsätzlich nicht aus. Wenn du während deines Krankenstands von deinem Arbeitgeber gekündigt (Arbeitgeberkündigung) wirst, hast du Anspruch auf die volle Dauer der Entgeltfortzahlung - auch über das Ende deines Dienstverhältnisses hinaus. Also zB  wenn dein letzter Arbeitstag noch in einen aufrechten Krankenstand fällt. Wenn du fristlos entlassen wurdest, gilt diese Regelung der Entgeltfortzahlung nicht.


In Kürze fassen wir alles was du über deinen Krankenstand wissen musst, in einem kurzen Video zusammen.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für beide Geschlechter.

Verwendete Quellen: