Krankmeldung: das musst du beachten!

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Aktualisiert: 21.02.2022 Lesedauer: ca 3min

Krankmeldung mit Fieberthermometer und Medizin

Es passiert schneller als man vielleicht glaubt - der Kopf schmerzt, du liegst mit Grippe im Bett oder du hattest einen Unfall und musst deswegen in Krankenstand gehen. Um rechtlich gesehen eine Entgeltfortzahlung im Krankenstand zu bekommen, musst du dich krankmelden. Auch wenn eine Krankmeldung kein formelles Schreiben sein muss, gibt es 3 Dinge, auf die auf jeden Fall achten solltest, um abgesichert zu sein.

1. Sofort krankmelden 

Damit du auch im Krankenstand dein Gehalt erhältst, musst du dich unverzüglich, also ohne bewusste Verzögerung, krankmelden. Merkst du in der Früh, dass es dir nicht gut geht, musst du deinem Arbeitgeber sofort Bescheid sagen. Wenn du schon weißt, dass du zu einem gewissen Zeitpunkt im Krankenstand sein wirst (z.B. wegen einer Operation), musst du auch das so früh wie möglich bekannt geben. Generell musst du das selbst machen, solltest du dazu jedoch nicht mehr in der Lage sein, kann das auch eine andere Person, wie dein Lebenspartner oder ein Elternteil, tun. 

#hokifyexpertentipp: Wenn du dir nicht sicher bist, ob du wirklich zu Hause bleiben solltest, achte genau darauf, wie du dich fühlst. Kann es sein, dass du jemanden ansteckst oder deine Erkrankung sich verschlechtert, wenn du zur Arbeit gehst? Im Zweifelsfall ist es meistens besser, zu Hause zu bleiben und sich auszukurieren. Falls es möglich ist, könnte auch Home-Office eine Lösung sein. 

2. Telefonisch oder schriftlich krankmelden? 

Es gibt keine formelle Anforderung an eine Krankmeldung: ob du deine Chefin anrufst oder ihr eine WhatsApp-Nachricht bzw. eine E-Mail schreibst, hat keinen Einfluss auf die Krankmeldung an sich. Wichtig ist nur, dass die Information bei deiner Vorgesetzten ankommt und zur Kenntnis genommen wird. In den meisten Fällen ist eine schriftliche Krankmeldung (z.B. per E-Mail) zu empfehlen, weil du dich darauf berufen kannst, falls im Nachhinein Probleme auftreten. Wenn deine Firma einen bestimmten Prozess für die Krankmeldung hat, solltest du dich daran halten.

In deiner Krankmeldung sollten zumindest dein Name, das Datum und die voraussichtliche Dauer deines Krankenstands enthalten sein. Zusätzlich kannst du auch noch Informationen über deine Aufgaben bzw. deine Stellvertretung oder einen Notfallkontakt angeben. Das kann so aussehen: 

Liebe Frau Meier / Liebe Marlene, 

ich bin leider krank und kann voraussichtlich heute (1.3.2022) und morgen nicht zur Arbeit kommen. Im Notfall bin ich unter +43 123456789 erreichbar. Sollte sich etwas ändern, gebe ich Bescheid. 

Liebe Grüße, 

Oder auch so: 

Sehr geehrte Frau Meier, 

ich schreibe Ihnen, um Ihnen mitzuteilen, dass ich leider erkrankt bin und deswegen heute (1.3.2022)  nicht arbeiten kann. Ich habe um 11:30 Uhr einen Arzttermin und informiere Sie danach, wie lange mein Krankenstand vermutlich andauern wird. Frau Müller wird in der Zwischenzeit meine Agenden übernehmen und sicherstellen, dass alle Fristen eingehalten werden. 

Mit freundlichen Grüßen, 

Du bist nicht verpflichtet, deine genaue Diagnose oder deinen Krankheitsfall zu nennen. Was du genau hast, ist nur dann für deinen Arbeitgeber relevant, wenn es Folgen für den Betrieb haben könnte (wenn du z.B. Corona hast und andere im Unternehmen angesteckt haben könntest).

#hokifyexpertentipp: Erkundige dich bei deiner Vorgesetzten, wie du dich krank melden sollst und wer deine Ansprechperson ist. So weißt du im Ernstfall, was zu tun ist. 

3. Ärztlichen Nachweis nachreichen

Normalerweise regelt dein Arbeitsvertrag, ab welchem Tag deines Krankenstands du eine ärztliche Bestätigung über die Arbeitsunfähigkeit (=ärztliches Attest) vorlegen musst. Manche Arbeitgeber verlangen dies schon ab dem ersten Tag, bei den meisten ist es jedoch erst ab dem 4. Tag üblich. Deine ärztliche Bestätigung muss die voraussichtliche Dauer und einen Grund (z.B. Unfall oder Krankheit) beinhalten und von einem Arzt unterschrieben sein. Dein Arbeitgeber darf bei einem länger andauernden Krankenstand auch später nochmals weiterführende ärztliche Bestätigungen verlangen.

#hokifyexpertentipp: Es ist immer ratsam, die ärztliche Krankschreibung direkt vorzulegen. So hast du auch immer eine Bestätigung, dass du wirklich krank bist. 

Fazit 

Egal ob du dich telefonisch oder schriftlich krankmeldest: wichtig ist, dass du dich sofort krankmeldest und alle wichtigen Infos inkludierst. Bringst du bei einem längeren Krankenstand noch rechtzeitig die ärztliche Bestätigung, steht deiner Entgeltfortzahlung im Krankenstand nichts mehr im Weg! 

Hier nochmal das wichtigste im Überblick:

Julia ist gut darin, die Schwerkraft auszutricksen und schlecht darin, Zimmerpflanzen am Leben zu halten. Ihre Leidenschaft für Sprache hat sie über die Tourismusindustrie zur Kommunikationsbranche geführt, wo sie derzeit ihr Masterstudium absolviert. In den hokify Karriere-Tipps versorgt sie dich regelmäßig mit den wichtigsten Tipps, Tricks und Infos rund um den Arbeitsalltag (inklusive dessen rechtlichen Regelungen) und den Arbeitsmarkt, damit du hoffentlich informierter in dein Berufsleben startest, als sie es anfangs war.

Ausschließlich zum Zweck der besseren Lesbarkeit wird auf die geschlechtsspezifische Schreibweise verzichtet. Alle personenbezogenen Bezeichnungen auf dieser Webseite sind somit geschlechtsneutral zu verstehen.

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