Das solltest du über das Weihnachtsgeld wissen!

von Julia Gerstmayer

Aktualisiert: 06.11.2023 Lesedauer: ca 3min

Weihnachtsgeld: Zwei 50€ Scheine auf einem Weihnachtlich dekorierten Holztisch

Die Weihnachtszeit kündigt sich nicht nur durch Lebkuchen, kaltes Wetter und Weihnachtsmärkte an, sondern auch mit dem 14. Gehalt - dem wohlverdienten Weihnachtsgeld. Der weit verbreitete Mythos, dass Weihnachtsgeld jedem Arbeitenden zusteht, ist jedoch nicht wahr. Das Weihnachtsgeld ist eine Sonderzahlung auf die viele, aber nicht alle, Arbeitnehmer Anspruch haben. Was die Ausnahmefälle sind, was du von deinem Weihnachtsgeld erwarten kannst, was mit deinem Weihnachtsgeld bei der Kündigung passiert und wann du keinen Anspruch darauf hast, erklären wir dir in diesem Artikel.

Was ist Weihnachtsgeld?

Das Weihnachtsgeld, welches auch das 14. Gehalt oder Weihnachtsremuneration genannt wird, ist eine Sonderzahlung, die du am Ende des Jahres, rund um die Weihnachtszeit, erhalten kannst. Diese Sonderzahlung sollte im Kollektivvertrag oder Einzelarbeitsvertrag geregelt sein. Gibt es keinen Kollektivvertrag und hast du auch sonst keine schriftliche Vereinbarung bezüglich des Weihnachtsgeldes, hast du keinen gesetzlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld. 

Wie hoch ist das Weihnachtsgeld? 

Der genaue Betrag deines Weihnachtsgeldes hängt von deinem Kollektivvertrag bzw. Einzelarbeitsvertrag ab. In den meisten Fällen entspricht das Weihnachtsgeld einem Monatsgehalt. Es gibt jedoch auch Branchen in denen das Weihnachtsgeld weniger beträgt. Kläre das am besten mit deinem Vorgesetzten ab oder sieh in deinem Vertrag nach, welcher Betrag dir zusteht.

#hokifyexpertentipp: Um dir dein Gehalt ein wenig aufzubessern, kann es sich lohnen, am 24.12 oder 31.12 zu arbeiten. Alles, was du dazu wissen musst, haben wir dir in diesem Artikel zu Arbeiten zu Weihnachten und Silvester zusammengefasst. 



Wann bekommt man das Weihnachtsgeld? 

Das kann je nach Unternehmen unterschiedlich geregelt werden. Meistens erhältst du das Weihnachtsgeld aber Ende November oder Anfang Dezember gemeinsam mit deinem üblichen Monatslohn. Das genaue Datum kannst du in deinem Vertrag überprüfen.

#hokifyexpertentipp: Finde rechtzeitig heraus, wann du dein Weihnachtsgeld bekommst. So kannst du Weihnachtseinkäufe oder Urlaube an deine finanzielle Situation anpassen und dich erwarten keine bösen Überraschungen. 


Was passiert mit dem Weihnachtsgeld bei der Kündigung?

Bekomme ich Weihnachtsgeld wenn ich kündige? Ja. Wenn du dich entscheidest, deinen Job zu kündigen und die Kündigung rechtmäßig ist, steht dir trotzdem das Weihnachtsgeld zu. In der Regel bekommst du aber nicht das volle, sondern nur anteiliges Weihnachtsgeld, also das Weihnachtsgeld das dir bis zum Zeitpunkt der Kündigung zustehen würde. Dasselbe gilt übrigens auch für dein Urlaubsgeld.

Beispiel: Du kündigst deinen Job und hast am 31.10. deinen letzten Arbeitstag. Mit deinem letzten Gehalt bekommst du deinen Anteil des Weihnachtsgeldes für die Zeit bis zum 31.10. ausgezahlt. 

#hokifyexperpertentipp: Dir steht auch Resturlaub zu, wenn du deinen Job kündigst! Alle Infos dazu findest du in unserem Artikel zum Resturlaub bei Kündigung.


Warum gibt es keinen Anspruch auf Weihnachtsgeld? 

Nicht alle Arbeitnehmer haben ein Anrecht auf Weihnachtsgeld. Es kann folgende Gründe dafür geben, dass dir kein Weihnachtsgeld zusteht: 

  1. Nicht im Vertrag ausgemacht 

    Das Weihnachtsgeld ist nicht gesetzlich festgelegt, sondern ist nur dank der Gewerkschaften in den meisten Unternehmen üblich. Das heißt, wenn das Weihnachtsgeld weder im Kollektivvertrag noch im Einzelarbeitsvertrag ausgemacht ist, hast du keinen Anspruch auf Weihnachtsgeld.  

  2. Kein ganzes Jahr beschäftigt
    Um das volle Weihnachtsgeld zu erhalten, musst du ein ganzes Jahr beschäftigt gewesen sein. Wenn du nicht ein ganzes Jahr in einem Unternehmen gearbeitet hast, muss dir das Weihnachtsgeld nur anteilig ausbezahlt werden. 

  3. Gerechtfertigte Entlassung 
    Wenn du gerechtfertigt entlassen wurdest oder du einen unberechtigten vorzeitigen Austritt hattest, steht dir kein Weihnachtsgeld zu. Im schlimmsten Fall kann der Arbeitgeber sogar bereits ausgezahltes Weihnachtsgeld zurück verlangen. Das muss aber auch immer in den jeweiligen Verträgen festgesetzt sein. 

  4. Karenz oder Präsenz-/Zivildienst 

    Falls du gerade in Karenz bist oder deinen Präsenz- bzw. Zivildienst machst, hast du kein Recht auf Weihnachtsgeld. 

Kein Anspruch auf Weihnachtsgeld Gründe



Weihnachtsgeldanspruch bei Kurzarbeit

Laut kollektivvertraglicher Regelungen haben auch Arbeitnehmer in Kurzarbeit Recht auf das volle Weihnachtsgeld. Das heißt, selbst in Kurzarbeit steht dir das volle Weihnachtsgeld vom ursprünglichen Lohn oder Gehalt zu. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange du schon in Kurzarbeit bist oder wie viel Gehalt du sonst bekommst.

Fazit

Das Weihnachtsgeld ist eine schöner Jahresabschluss für Viele und ermöglicht vielen Österreichern, dieses Geld in Fixkosten oder Weihnachtsgeschenke zu investieren. Meist bekommst du es Ende November oder Anfang Dezember mit deinem monatlichen Gehalt ausbezahlt. Die Höhe hängt von deinem monatlichen Gehalt ab.

Ausschließlich zum Zweck der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Pronomen verzichtet. Alle Personenbezeichnungen sind demnach geschlechtsneutral zu verstehen.

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