Urlaubsanspruch - wie viel Urlaub bekomme ich?

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Aktualisiert: 28.09.2022 Lesedauer: ca 3min

Person am Strand

Egal ob im Winter oder im Sommer Urlaub ist bei jedem von uns lang ersehnt. Wenn du deinem Arbeitsalltag kurz entkommen willst und schon an weiße Strände denkst, weißt du es ist Zeit für Urlaub. Doch wie viel Urlaub steht dir zu? Und ab wann hast du Anspruch auf Urlaub? Hier erklären wir dir wie viel Urlaub du bekommst und wie sich dein Anspruch zusammensetzt.

Urlaubsanspruch

Du hast 5 Wochen bezahlten Urlaubsanspruch pro Arbeitsjahr. Dein Arbeitsjahr beginnt mit deinem ersten Arbeitstag, der in deinem Arbeitsvertrag festgelegt ist. In manchen Fällen wird der Urlaub auch nach dem Kalenderjahr berechnet. 

Das heißt bei einer 5-Tage-Woche ergeben sich pro Arbeitsjahr 5 Wochen Urlaub, also 25 Urlaubstage. Wenn du eine 6-Tage-Woche hast, also auch am Samstag arbeitest, hast du pro Jahr Anrecht auf 30 Urlaubstage. 

Wie lange musst du eigentlich arbeiten? Hier findest du alle Details zur Arbeitszeit - einfach erklärt und übersichtlich dargestellt.

Außergewöhnliche, persönliche Ereignisse wie eine Hochzeit, Geburt oder einen Todesfall können Gründe für eine Dienstfreistellung bzw. Sonderurlaub sein - du musst dir für diese Ereignisse also keinen Urlaubstag nehmen.

Ab wann bekomme ich wie viel Urlaub?

In den ersten 6 Monaten wächst dein Urlaubsanspruch verhältnismäßig an. Mit der Vollendung des 6. Arbeitsmonats und Beginn des 7. Monats hast du Anspruch auf die vollen 5 Wochen Urlaub. Ab diesem Zeitpunkt hast du pro Arbeitsjahr Anspruch auf 5 Urlaubswochen.

bisherige Arbeitszeit

Urlaubsanspruch

2 Wochen

1 Urlaubstag (auf Basis 5-Tage-Woche)

1 Monat

2 Urlaubstage (auf Basis 5-Tage-Woche)

hokifyexpertentipp: Mit dem Schema “2 Wochen Arbeit = 1 Urlaubstag” kannst du in den ersten 6 Monaten ganz einfach berechnen, wie viel Urlaub dir zusteht.

Wie lange bleibt mein Urlaubsanspruch bestehen?

Du hast drei Jahre Zeit deinen Urlaub zu verbrauchen. Die Regel lautet folgendermaßen: Dein Urlaub verjährt zwei Jahre nach Ende des Arbeitsjahres, in dem er entstanden ist. Wenn du Urlaubstage verbrauchst werden diese vom “alten” noch offenen Urlaub abgezogen. 

Beispiel: 
Im Arbeits- und Kalenderjahr 2020 (1.1.-31.12.2020) hast du nur 3 Wochen Urlaub verbraucht. Im Jahr 2021 gehst du 2 Wochen auf Urlaub. Somit ist dein Urlaub von 2020 verbraucht, der Urlaub von 2021 steht dir noch ganz zur Verfügung.

Mehr Urlaub ab dem 26. Arbeitsjahr

Wenn du bereits 25 anrechenbare Arbeitsjahre hast, gibt es eine 6. Urlaubswoche. Dabei müssen nicht alle Dienstjahre beim aktuellen Arbeitgeber verbracht werden. Anrechenbar sind neben Dienstjahren bei anderen Arbeitgebern, auch Schulzeiten und Hochschulstudienzeiten.

Zu beachten ist jedoch, dass man sich aus Vordienstzeiten max. 7 Jahre (inklusive Schulzeiten) oder max. 12 Jahre (bei Abschluss eines Studiums) anrechnen lassen kann.

Teilzeit- und geringfügig Beschäftigte

Je nach Arbeitstagen, die pro Woche gearbeitet werden, berechnet sich auch der Urlaubsanspruch. Anspruch haben Geringfügige- und Teilzeit-Dienstnehmer aber ganz normal auf 5 bezahlte Urlaubswochen, wie gesagt anteilig.

Folgend eine kurze Aufschlüsselung dazu:

  • 5 Tage-Woche = 25 Arbeits/Urlaubstage

  • 4 Tage-Woche = 20 Arbeits/Urlaubstage

  • 3 Tage-Woche = 15 Arbeits/Urlaubstage

  • 2 Tage-Woche = 10 Arbeits/Urlaubstage

  • 1 Tag-Woche = 5 Arbeits/Urlaubstage

Wann darf ich auf Urlaub gehen?

Urlaub muss grundsätzlich zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vereinbart werden. Beide müssen also ihr Ok geben. Wenn ein Urlaub durch den Arbeitgeber bewilligt wurde, kann er nur in Notfällen widerrufen werden, z.B. bei einem Betriebsnotstand. Du kannst auch nicht zu einer gewissen Zeit auf Urlaub geschickt werden, dein Vorgesetzter kann dich nicht gegen dein Einverständnis auf Urlaub schicken.

Ausnahme:
Wenn der Betrieb in dem du arbeitest in einer gewissen Zeit geschlossen ist, wird dein Urlaub nicht automatisch konsumiert. Wenn Urlaub konsumiert wird, muss dieser einvernehmlich als Betriebsurlaub vereinbart werden. Insgesamt darf nicht dein gesamter Jahresurlaub vom Betriebsurlaub erfasst sein.

Krank während dem Urlaub

Wenn du im Urlaub krank wirst, zählen die ersten drei Kalendertage zu deinem Urlaub. Falls du länger erkrankt bist, zählen diese Krankenstandstage nicht zum Urlaub. Beachte, dass du dafür eine ärztliche Bestätigung brauchst und den Krankenstand umgehend an deinen Arbeitgeber weiter melden musst.

Durch den Krankenstand verlängert sich dein Urlaub nicht, nach der vereinbarten Urlaubszeit musst du wieder ins Büro. Der Urlaub wird somit in deinem Urlaubskonto gutgeschrieben.

Offener Urlaubsanspruch bei Beendigung des Dienstverhältnis

Oft wird der offene Urlaub im Zuge der Beendigung eines Dienstverhältnisses verbraucht. Das heißt, du nimmst deinen Resturlaub noch vor deinem letzten Arbeitstag. Wichtig ist jedoch, dass du auch hier den Urlaub mit deinem Arbeitgeber abstimmen musst. 

Wenn bei Beendigung deines Arbeitsverhältnisses noch Urlaubsanspruch besteht, gebührt dir eine (finanzielle) Urlaubsersatzleistung. Außer du wurdest fristlos gekündigt oder bist unberechtigt aus deinem Dienstverhältnis ausgetreten.

Überblick

Damit du startklar für deinen Urlaub bist, hier nochmal die fünf wichtigsten Punkte im Überblick:

  1. Urlaubsanspruch: 5 Tage Woche = 25 Arbeits/Urlaubstage - 1 Tag Woche = 5 Arbeits/Urlaubstage.

  2. Ab dem 7. Monat im Dienstverhältnis hast du vollen Urlaubsanspruch.

  3. Dein Urlaub verjährt zwei Jahre nach Ende des Arbeitsjahres.

  4. Urlaub muss zwischen dir und deinem Arbeitgeber vereinbart werden.

  5. Nach drei Krankenstandstagen im Urlaub, zählen die folgenden Krankenstandstage nicht mehr zum Urlaub und werden dir gutgeschrieben.

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Sebastian ist gelernter Historiker, mag Yoga & Hiphop und arbeitet seit 2018 bei hokify. Wichtige Informationen verständlich auf den Punkt zu bringen ist seine Stärke. Als Team Lead der Karriere-Tipps und PR Manager bei hokify beschäftigt sich Sebastian besonders mit Karriere- & Arbeitsmarktthemen, Fachkräftemangel sowie Lehrlings- & Social Media Recruiting. Dazu versorgt er Jobsuchende mit Tipps zu Bewerbung, Lebenslauf und Jobsuche.

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